AI Strategy

Wie wählt man eine Beratung für die EU-AI-Act-Compliance?

Die Wahl einer EU-AI-Act-Beratung beginnt mit der Frage, was Sie brauchen: rechtliche Auslegung, technische Nachweise, ein Tracking-Tool oder mehreres. Ein glaubwürdiger Anbieter prüft Ihre echten Systeme und liefert Rollenmatrix, Lückenregister, Verantwortliche und eine priorisierte Roadmap.

• 14 Min. Lesezeit
Wie wählt man eine Beratung für die EU-AI-Act-Compliance?

Die meisten Organisationen, die Unterstützung beim EU AI Act suchen, wissen bereits, dass die Verordnung für sie gelten könnte. Was sie nicht wissen, ist, welche Art von Hilfe sie brauchen: eine Kanzlei, die den Text auslegt, Engineering, das die Nachweise überhaupt erst schafft, ein Software-Tool, das sie verwaltet, oder ein Team, das mehreres davon zugleich leistet. Die falsche Art von Unterstützung einzukaufen, ist der teuerste Fehler im gesamten Programm, denn er erzeugt monatelange Aktivität und keinen verwertbaren Nachweis.

Dieser Leitfaden richtet sich an CTOs, Heads of AI, Compliance-Verantwortliche und Führungskräfte, die diese Unterstützung einkaufen wollen. Nach der Lektüre sollten Sie entscheiden können, ob Sie überhaupt externe Hilfe brauchen, einen Auftragsumfang formulieren können, den ein Anbieter kalkulieren kann, eine Beratung mit einer Kanzlei, einem Tool oder Ihrem eigenen Team vergleichen und ein schwaches Angebot erkennen, bevor Sie unterschreiben. Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung: Verbindliche Einschätzungen zu einem konkreten System gehören zu Ihrer Rechtsberatung.

Was macht eine EU-AI-Act-Compliance-Beratung?

Eine EU-AI-Act-Compliance-Beratung übersetzt die Pflichten aus der Verordnung (EU) 2024/1689 in ein Bild Ihrer eigenen Ausgangslage und einen Plan, die Lücken zu schließen. In der Praxis umfasst die Arbeit sieben Tätigkeiten:

  • Anwendbarkeit und Rolle: ob der Act jedes System erfasst und ob Sie nach Artikel 3 als Anbieter, Betreiber, Einführer oder Händler handeln.
  • Inventar: Aufbau oder Prüfung der Liste der KI-Systeme im Anwendungsbereich, einschließlich der in Anbietersoftware eingebetteten.
  • Risikoklassifizierung: Einordnung jedes Systems nach Artikel 5, Artikel 6 mit den Anhängen I und III sowie Artikel 50, mit dokumentierter Begründung.
  • Nachweis- und Kontrolllücken: Abgleich dessen, was die anwendbaren Artikel verlangen, mit dem, was Sie tatsächlich vorlegen können.
  • Technische Prüfung: Data Governance, Logging, Monitoring und menschliche Aufsicht, so wie sie im laufenden System existieren.
  • Verantwortlichkeiten: Zuordnung jeder Pflicht zu einer benannten Person und einem konkreten Umsetzungspaket.
  • Roadmap: ein priorisierter Maßnahmenplan, geordnet nach Frist und Vorlaufzeit.

EU-AI-Act-Beratung liegt zwischen zwei anderen Disziplinen. Die rechtliche Auslegung entscheidet, was eine umstrittene Vorschrift für Sie bedeutet. Die technische Umsetzung baut das Logging, die Validierung und die Dokumentation, die das Gesetz verlangt. Manche Mandate brauchen nur eines davon; ein Hochrisiko-System braucht in der Regel beides.

Wann sollte ein Unternehmen externe Unterstützung zum EU AI Act einholen?

Ein Unternehmen sollte externe Unterstützung zum EU AI Act einholen, wenn das interne Team die Fragen nach Rolle, Klassifizierung und Nachweisen nicht vor einer echten Frist oder Prüfung sicher beantworten kann. Die typischen Auslöser sind:

  • Unsicherheit, ob Sie für ein bestimmtes System Anbieter, Betreiber, Einführer oder Händler sind, besonders nach Fine-Tuning, Umbenennung oder geänderter Zweckbestimmung eines zugekauften Tools (die Auslöser nach Artikel 25);
  • ein oder mehrere Systeme, die nach Anhang I oder Anhang III hochriskant sind oder sein könnten;
  • eine technische Dokumentation, die unvollständig ist oder nie nach dem Standard von Anhang IV erstellt wurde;
  • Nachweise, die über Recht, Produkt, Daten und Engineering verstreut sind, ohne dass jemand das Gesamtbild hat;
  • ein anstehender Sicherheitsfragebogen eines Kunden, eine Due Diligence durch Investoren, eine öffentliche Ausschreibung oder eine Prüfung durch den Vorstand, die Nachweise verlangt;
  • ein Unternehmen außerhalb der EU, das in den EU-Markt eintritt und nach Artikel 22 einen Bevollmächtigten benötigen kann;
  • niemand im Haus, der sowohl Erfahrung im AI Engineering als auch in Governance mitbringt.

Externe Unterstützung ist oft unnötig bei einem eng begrenzten, eindeutig minimal riskanten Anwendungsfall, etwa einem internen Spamfilter oder einem Coding-Assistenten, wenn das Unternehmen bereits fähige Verantwortliche in Recht und Engineering hat. Dann genügen in der Regel eine dokumentierte Klassifizierung und eine interne Checkliste, etwa unsere Checkliste für Nachweise in der Gap-Analyse.

Was sollte ein EU-AI-Act-Gap-Assessment umfassen?

Ein EU-AI-Act-Gap-Assessment sollte zehn Bereiche abdecken, und ein Angebot, das einen davon auslässt, sollte begründen, warum. Welche Pflichten hinter jedem Bereich stehen, hängt von Ihrer Rolle und der Einstufung jedes Systems ab; ein Betreiber eines minimal riskanten Tools wird die meisten Bereiche als nicht anwendbar markiert sehen.

  1. Umfang und Systeminventar: welche Systeme, Gesellschaften und Märkte erfasst sind.
  2. Rolle und Anwendbarkeit: Anbieter, Betreiber, Einführer oder Händler, pro System, mit Begründung.
  3. Risikoklassifizierung: die Stufe, der Verweis auf den Anhang und eine etwaige Bewertung nach Artikel 6 Absatz 3.
  4. Data Governance: die Fragen aus Artikel 10 zu Herkunft, Aufbereitung, Repräsentativität und Bias der Daten.
  5. Technische Dokumentation: die Unterlagen nach Artikel 11 und Anhang IV oder die Lücke zwischen Vorhandenem und Erforderlichem.
  6. Logging und Aufzeichnungen: automatische Ereignisprotokolle nach Artikel 12 und ihre Aufbewahrung, für Betreiber nach Artikel 26 Absatz 6 mindestens sechs Monate.
  7. Menschliche Aufsicht: die Gestaltungsmaßnahmen nach Artikel 14 und die kompetente Person, die sie anwendet.
  8. Genauigkeit, Robustheit und Cybersicherheit: die Nachweise nach Artikel 15, einschließlich angegebener Genauigkeitsmetriken und Testbedingungen.
  9. Beobachtung nach dem Inverkehrbringen und Vorfälle: der Überwachungsplan nach Artikel 72 und das Verfahren für schwerwiegende Vorfälle nach Artikel 73.
  10. Prioritäten und Verantwortliche: was jede Lücke schließt, wer es tut und bis wann.

Die schrittweise Methode hinter jedem Bereich steht in unserer Checkliste zur Gap-Analyse. Für Einkäufer ist die Frage enger: Reicht der Umfang des Anbieters bis in das laufende System, oder endet er bei Ihren Richtlinien?

Welche Ergebnisse sollte eine EU-AI-Act-Beratung liefern?

Eine EU-AI-Act-Beratung sollte konkrete Arbeitsdokumente übergeben, keine „strategischen Empfehlungen“. Ein glaubwürdiges Ergebnispaket umfasst:

  • Matrix zu Anwendbarkeit und Rolle: jedes System gegen jede Rolle, mit der Rechtsgrundlage der Schlussfolgerung.
  • KI-Systeminventar oder eine Prüfung Ihres Inventars mit ergänzten fehlenden Systemen.
  • Matrix von Pflichten zu Nachweisen: jeder anwendbare Artikel, verknüpft mit dem Dokument, Log oder Test, der ihn belegt, samt Status.
  • Risiko- und Lückenregister: jede Lücke mit Schweregrad, der verletzten Pflicht und dem Datum, ab dem diese gilt.
  • Priorisierte Maßnahmen-Roadmap: Maßnahmen nach Frist, Schweregrad und Vorlaufzeit geordnet.
  • Checkliste zur technischen Dokumentation nach Anhang IV für jedes System, bei dem Sie Anbieter eines Hochrisiko-Systems sind.
  • Verantwortlichkeiten und RACI-Zuordnung über Recht, Engineering, Produkt, Sicherheit und Fachbereich.
  • Umsetzungs-Backlog: die Roadmap, zerlegt in Tickets, die Ihr Engineering-Team schätzen kann.
  • Executive Summary für Vorstand oder Geschäftsführung mit Exposition, nötigen Entscheidungen und Annahmen.

Jeder Eintrag im Register und im Backlog sollte einen Nachweisverweis, eine verantwortliche Person, ein Fälligkeitsdatum und seine Abhängigkeiten tragen. Ein nützlicher Test: Könnte Ihr Team am Montag mit dem Schließen der Lücken beginnen, ohne die Beratung anzurufen, wenn diese morgen ausstiege?

Sie möchten diese Ergebnisse für Ihre eigenen Systeme?

Ein Gap-Assessment mit festem Umfang ordnet die Pflichten, die für jedes System gelten, Ihren vorhandenen Nachweisen, den fehlenden Kontrollen, den Verantwortlichen und einer priorisierten Maßnahmen-Roadmap zu.

EU-AI-Act-Gap-Assessment buchen

Wie schneidet eine EU-AI-Act-Beratung im Vergleich zu Kanzlei, Software-Tool und internem Team ab?

Eine EU-AI-Act-Beratung, eine Kanzlei, ein Compliance-Software-Tool und ein internes Team decken unterschiedliche Teile der Arbeit ab, und ausgereifte Programme kombinieren meist zwei oder drei davon. Die Tabelle vergleicht sie über die sechs Fähigkeiten, die ein Programm braucht. Sie beschreibt typische Stärken, keinen bestimmten Anbieter.

FähigkeitTechnische BeratungKanzleiSoftware-ToolInternes Team
Rechtliche AuslegungBegrenzt; sollte Fragen an die Rechtsberatung weitergebenStark; kann förmliche Gutachten erstellenKeine; bildet die Auslegung anderer abAbhängig von der Rechtsabteilung
Technische SystemprüfungStark, wenn Engineers im Team sindMeist begrenztFragebogenbasiertStark bei bekannten Systemen
Technische UmsetzungMöglich, wenn angebotenSeltenKeineStark, wenn Kapazität vorhanden
NachweismanagementEntwirft das NachweismodellPrüft NachweiseStark bei Ablage und NachverfolgungVerantwortet es langfristig
Organisatorischer WandelMittel; moderiertBegrenztNur WorkflowStark, aber langsam
Laufendes Monitoring im großen MaßstabPeriodische ReviewsAuf AnfrageStarkStark, sobald eingerichtet

Eine gängige Kombination ist eine technische Beratung für das Gap-Assessment und den Entwurf des Nachweismodells, eine Kanzlei für umstrittene Einstufungen und Verträge und ein Tool, sobald das Inventar über eine Tabellenkalkulation hinauswächst.

Wie lange dauert ein EU-AI-Act-Gap-Assessment?

Ein EU-AI-Act-Gap-Assessment durchläuft in der Regel sechs Phasen, und seine Dauer hängt stärker von Ihrer Dokumentation und Verfügbarkeit ab als vom Anbieter. Ein beispielhafter Ablauf:

  1. Scoping und Dokumentenanforderung: Systeme und Gesellschaften festlegen und vorhandene Richtlinien, Architekturdiagramme, Model Cards, Lieferantenverträge und Logs anfordern.
  2. Interviews und Systemprüfung: mit den Systemverantwortlichen sprechen und die tatsächlichen Pipelines, Logs und das Monitoring prüfen.
  3. Gap-Analyse: Nachweise den Pflichten zuordnen und jede bewerten.
  4. Ergebnis-Workshop: die Schlussfolgerungen mit den Verantwortlichen der Systeme prüfen.
  5. Maßnahmen-Roadmap: die Korrekturen ordnen und Verantwortliche festlegen.
  6. Optionale Umsetzungsunterstützung: Hilfe beim Aufbau dessen, was fehlt.

Die Variablen, die den Zeitplan verändern, sind die Zahl der Systeme, wie viele davon hochriskant sind, wie ausgereift die Dokumentation bereits ist, die Zahl der Gesellschaften und Märkte, wie schnell die Beteiligten verfügbar sind und ob die Umsetzung eingeschlossen ist. Unser eigenes Readiness Assessment ist für einen abgegrenzten Satz von Systemen auf ein bis zwei Wochen ausgelegt; eine Gruppe mit Dutzenden Systemen in mehreren Ländern braucht bei jedem Anbieter länger. Jedes Angebot mit einer Zeitangabe sollte nennen, auf welchen dieser Annahmen es beruht.

Was kostet eine EU-AI-Act-Beratung?

Die Kosten einer EU-AI-Act-Beratung werden vom Umfang bestimmt, nicht von der Verordnung selbst; deshalb helfen veröffentlichte „Durchschnittspreise“ wenig. Die wichtigsten Kostentreiber sind:

  • Mandatsmodell: eine Diagnose mit festem Umfang und definierten Ergebnissen oder eine offene Beratung nach Aufwand.
  • Zahl und Komplexität der KI-Systeme, einschließlich der in Lieferantenprodukten enthaltenen.
  • Komplexität der Rolle: Ein Betreiber zugekaufter Tools ist einfacher als ein Anbieter, der zusätzlich Modelle Dritter verändert und Artikel 25 auslöst.
  • Hochrisiko-Pflichten: Ein Anbieter eines Hochrisiko-Systems unterliegt den Artikeln 9 bis 17 vollständig, einschließlich eines Qualitätsmanagementsystems nach Artikel 17.
  • Qualität der Nachweise: Fehlende Logs und undokumentierte Trainingsdaten brauchen länger als eine aufgeräumte Model Registry.
  • Unterstützung bei Umsetzung und Dokumentation, falls Sie Hilfe beim Erstellen der Unterlagen nach Anhang IV oder beim Aufbau des Loggings wollen.
  • Laufende Governance: periodische Reviews, Monitoring und Unterstützung bei Vorfällen nach dem ersten Assessment.

Um Angebote fair zu vergleichen, schicken Sie jedem Anbieter dasselbe kurze Briefing: die Liste der Systeme, Ihre vermutete Rolle je System, die erfassten Gesellschaften und Märkte, die bereits vorhandene Dokumentation und die erwarteten Ergebnisse. Bitten Sie jeden, eine Diagnose mit festem Umfang getrennt von jeder Umsetzungsarbeit anzubieten. Angebote, die sich nicht auf denselben Umfang beziehen, sind nicht günstiger oder teurer; sie beantworten unterschiedliche Fragen.

Wie bewertet man eine EU-AI-Act-Compliance-Beratung?

Ob eine EU-AI-Act-Compliance-Beratung taugt, entscheidet sich daran, ob sie an Ihren tatsächlichen Systemen arbeiten kann und nicht nur an Ihren Richtlinien. Prüfen Sie acht Punkte:

  • Sie unterscheidet die Rollen Anbieter, Betreiber, Einführer und Händler sowie die Risikostufen pro System statt pro Unternehmen.
  • Sie prüft das technische System: Pipelines, Logs, Monitoring-Dashboards und Model Registries.
  • Jemand im Team versteht Machine Learning, Data Engineering und MLOps gut genug, um Nachweise zu den Artikeln 10, 12 und 15 zu beurteilen.
  • Ihre Ergebnisse sind konkrete Dokumente mit Nachweisverweisen, Verantwortlichen und Terminen.
  • Sie legt Annahmen offen und sagt, wo eine unabhängige rechtliche Prüfung nötig ist.
  • Sie hat Erfahrung in Ihrer Branche, etwa Medizinprodukte, Beschäftigung oder Finanzdienstleistungen.
  • Sie kann mit Recht, Engineering, Produkt, Sicherheit und Führung am selben Tisch arbeiten.
  • Das Angebot hat einen klaren Umfang, Ausschlüsse und eine Definition of Done.

Beispiel zur Veranschaulichung, Anbieter: Ein HR-Tech-Unternehmen verkauft ein Modell zur Lebenslauf-Vorauswahl an Arbeitgeber in der EU. Anwendungen im Beschäftigungsbereich sind in Anhang III aufgeführt, also ist das Unternehmen voraussichtlich Anbieter eines Hochrisiko-Systems. Eine brauchbare Beratung will die Herkunft der Trainingsdaten, die Bias-Tests und das Log-Schema sehen, nicht nur die Datenschutzerklärung.

Beispiel zur Veranschaulichung, Betreiber: Ein Kreditgeber nutzt das Kreditscoring-Modell eines Lieferanten. Die Bewertung der Kreditwürdigkeit steht ebenfalls in Anhang III, und der Kreditgeber ist Betreiber mit Pflichten nach Artikel 26 und, nach Artikel 27, einer Grundrechte-Folgenabschätzung. Eine brauchbare Beratung prüft, ob der Lieferantenvertrag dem Kreditgeber sechs Monate Zugriff auf die Logs und eine Benachrichtigung über Modelländerungen sichert. Unser Leitfaden zu den Pflichten von Anbietern und Betreibern behandelt die vollständige Aufteilung.

Woran erkennt man Warnsignale bei der Wahl einer EU-AI-Act-Beratung?

Die Warnsignale in Angeboten zur EU-AI-Act-Beratung sind meist Versprechen, die die Verordnung niemandem erlaubt. Seien Sie vorsichtig bei:

  • „EU-AI-Act-Zertifizierung“, angeboten ohne Erklärung des Konformitätsverfahrens. Der Act kennt kein allgemeines Zertifikat. Hochrisiko-Systeme durchlaufen eine Konformitätsbewertung nach Artikel 43, die für die meisten Systeme nach Anhang III eine interne Kontrolle durch den Anbieter ist; eine notifizierte Stelle ist nur in festgelegten Fällen beteiligt. Eine Zertifizierung nach ISO/IEC 42001 ist ein Managementsystem-Standard und nicht dasselbe.
  • Einer generischen Checkliste, die für jede Organisation unabhängig von Rolle und Einstufung gilt.
  • Keiner Unterscheidung zwischen Pflichten von Anbietern und Betreibern.
  • Fehlender technischer KI-Expertise im Team, das Ihre Systeme prüfen soll.
  • Empfehlungen ohne Nachweismodell oder Umsetzungs-Roadmap dahinter.
  • Unklaren Ergebnissen, beschrieben als „Insights“ oder „Empfehlungen“ statt als benannte Dokumente.
  • Fristen, die Angst machen sollen. Die aktuellen Hochrisiko-Termine, geändert durch die Verordnung (EU) 2026/1744, sind der 2. Dezember 2027 für Systeme nach Anhang III und der 2. August 2028 für KI in Produkten nach Anhang I; sie sollten am amtlichen Text geprüft werden, nicht an einer Verkaufspräsentation.
  • Garantien, dass ein System vollständig konform ist. Niemand kann das Ergebnis einer Prüfung durch die Marktüberwachung garantieren.

Wo sich die Auslegung noch entwickelt, etwa bei harmonisierten Normen oder Leitlinien der Kommission, sagt ein guter Anbieter, welche Schlussfolgerungen auf gesichertem Text beruhen und welche Ermessensentscheidungen sind.

Welche Fragen sollten Sie einer EU-AI-Act-Beratung vor der Unterschrift stellen?

Stellen Sie einer EU-AI-Act-Beratung diese zehn Fragen vor der Unterschrift, und lassen Sie sich die Antworten im Angebot geben statt nur im Gespräch:

  1. Welche Systeme und Gesellschaften sind im Umfang enthalten?
  2. Wie bestimmen Sie unsere Rolle und die Risikoklassifizierung jedes Systems?
  3. Welche Dokumente, Kontrollen und technischen Artefakte prüfen Sie?
  4. Welche Ergebnisse erhalten wir genau, und in welchem Format?
  5. Wer muss intern mitwirken, und mit wie vielen Stunden?
  6. Was ist ausgeschlossen?
  7. Wie werden Feststellungen zu einem Umsetzungs-Backlog, das unsere Engineers schätzen können?
  8. Wo ist eine unabhängige rechtliche Prüfung nötig, und wer übernimmt sie?
  9. Wie werden sensible Informationen zu Modellen, Daten und Geschäft behandelt, gespeichert und gelöscht?
  10. Was passiert nach dem Assessment: Umsetzungsunterstützung, periodische Reviews oder Übergabe?

Aufzeichnungen zählen über das Assessment hinaus: Anbieter bewahren die technische Dokumentation nach Artikel 18 zehn Jahre auf, und Betreiber bewahren Logs mindestens sechs Monate auf. Unser Leitfaden zur Aufbewahrung von Dokumenten nach DSGVO und EU AI Act erklärt, wie sich diese Fristen mit der Datenminimierung vereinbaren lassen.

Was ist der richtige erste Schritt mit einer EU-AI-Act-Beratung?

Der richtige erste Schritt mit einer EU-AI-Act-Beratung ist ein Gap-Assessment mit festem Umfang statt eines offenen Rahmenvertrags. Eine abgegrenzte Diagnose ordnet die Pflichten, die für jedes System gelten, Ihren vorhandenen Nachweisen, den fehlenden Kontrollen, den Verantwortlichen und einer priorisierten Maßnahmen-Roadmap zu. Sie liefert einen definierten Satz von Dokumenten, eine Grundlage, um Anbieter auf demselben Umfang zu vergleichen, und einen klaren Punkt für die Entscheidung über das Weitere: die Lücken intern schließen, für bestimmte Fragen die Rechtsberatung einbeziehen oder mit Umsetzungsunterstützung weitermachen.

Sitnik AI ist eine Beratung für AI Engineering, keine Kanzlei, keine notifizierte Stelle und keine Behörde. Unser Leistungsangebot zur EU-AI-Act-Compliance verbindet die regulatorischen Anforderungen mit dem tatsächlichen System (Daten, Modelle, Logs, Monitoring, Dokumentation und Deployment-Architektur) und macht aus den Feststellungen eine umsetzbare technische Roadmap. Wo eine Frage rechtlicher statt technischer Natur ist, geht sie an Ihre Rechtsberatung. Wir zertifizieren keine Systeme und garantieren keine Konformität.

Wo können Sie die Quellen zum EU AI Act selbst prüfen?

Die Primärquellen zum EU AI Act sind kurz genug, um jede Aussage einer Beratung daran zu prüfen. Beginnen Sie mit diesen amtlichen Texten:

Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information zum EU AI Act mit Stand Oktober 2026 und keine Rechtsberatung. Einstufungen und Pflichten hängen vom Sachverhalt jedes Systems ab; lassen Sie Festlegungen für Ihre Organisation von qualifizierter Rechtsberatung bestätigen.

Häufige Fragen

Brauchen wir eine Kanzlei oder eine EU-AI-Act-Beratung?

Viele Organisationen brauchen beides, für unterschiedliche Teile der Arbeit. Eine Kanzlei legt umstrittene Vorschriften aus, entwirft Verträge und vertritt Sie gegenüber Behörden. Eine technische EU-AI-Act-Beratung prüft das laufende System, entwirft die Nachweise und erstellt die Maßnahmen-Roadmap. Liegt Ihre Hauptunsicherheit in der rechtlichen Bedeutung, beginnen Sie mit der Kanzlei; fehlen Nachweise und Kontrollen, mit einem technischen Gap-Assessment.

Kann ein Software-Tool eine EU-AI-Act-Beratung ersetzen?

Ein Compliance-Software-Tool kann ein Inventar führen, Nachweise ablegen und Workflows steuern, aber es kann weder Ihre Rolle bestimmen noch ein Grenzfall-System einstufen oder prüfen, ob Ihre Logs eine Entscheidung tatsächlich nachvollziehbar machen. Tools sind am nützlichsten, nachdem ein Gap-Assessment festgelegt hat, was nachverfolgt werden muss. Viele Programme nutzen eine Beratung für das erste Assessment und ein Tool für das laufende Monitoring.

Gibt es eine offizielle Zertifizierung nach dem EU AI Act?

Nein. Der EU AI Act kennt kein allgemeines Zertifikat. Hochrisiko-Systeme durchlaufen eine Konformitätsbewertung nach Artikel 43, die für die meisten Systeme nach Anhang III eine interne Kontrolle durch den Anbieter ist; eine notifizierte Stelle ist nur in festgelegten Fällen beteiligt. Der Anbieter stellt anschließend eine EU-Konformitätserklärung aus und bringt die CE-Kennzeichnung an. Begegnen Sie jedem Angebot einer „AI-Act-Zertifizierung“ mit Vorsicht.

Was sollten wir vorbereiten, bevor wir eine EU-AI-Act-Beratung kontaktieren?

Bereiten Sie eine Liste der KI-Systeme vor, die Sie entwickeln oder nutzen, Ihre beste Einschätzung Ihrer Rolle je System, die beteiligten Gesellschaften und Märkte sowie vorhandene Dokumentation wie Architekturdiagramme, Model Cards, Lieferantenverträge und Log-Beispiele. Schon eine unvollständige Liste erlaubt es einem Anbieter, eine Diagnose mit festem Umfang genau zu kalkulieren, und macht Angebote verschiedener Anbieter vergleichbar.

Braucht ein Betreiber zugekaufter KI-Tools ein Gap-Assessment?

Ein Betreiber zugekaufter KI-Tools braucht möglicherweise nur ein schlankes Assessment. Ist keines der Tools hochriskant, geht es vor allem um Inventar, Klassifizierung und etwaige Transparenzpflichten nach Artikel 50. Fällt ein Tool unter Anhang III, etwa im Recruiting oder beim Kreditscoring, hat der Betreiber Pflichten nach Artikel 26 zu Aufsicht, Monitoring und Log-Aufbewahrung und braucht unter Umständen eine Grundrechte-Folgenabschätzung nach Artikel 27.

Beginnen Sie mit einem Gap-Assessment mit festem Umfang

Wir ordnen die Pflichten, die für jedes Ihrer KI-Systeme gelten, Ihren vorhandenen Nachweisen, fehlenden Kontrollen, Verantwortlichen und einer priorisierten Maßnahmen-Roadmap zu, zugeschnitten auf die Systeme, die Sie tatsächlich betreiben.

SAI

Sitnik AI

Angewandte KI-Beratung für Teams im Gesundheitswesen und in der Fertigung. Geleitet von einem promovierten Informatiker und ehemaligen CTO, mit Forschung in medizinischer Bildgebung und produktiven KI-Systemen.

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